DIN EN 14404

Seit 2005 ist die Norm DIN EN 14404 in Kraft.

Doch was steckt hinter dieser Norm und was sollten Sie als Anwender, Händler oder Arbeitgeber auf jeden Fall beachten?


Allgemeine Informationen

Im Februar 2005 wurde die DIN EN 14404 „Knieschützer für Arbeiten in

knieender Haltung” veröffentlicht und in Kraft gesetzt. Danach gilt Knieschutz als persönliche Schutzausrüstung (PSA) im Sinne der Richtlinie 98/686/EWG.

Von PERSÖNLICHER SCHUTZAUSRÜSTUNG (PSA) spricht man laut gesetzlicher Definition: „…bei Vorrichtungen und Mitteln, die zur Abwehr und zur Minderung von Gefahren für Sicherheit und Gesundheit einer Person bestimmt sind und von dieser am Körper oder an Körperteilen getragen werden…”.

Zur Umsetzung der EN 14404 wurden Anforderungen und Prüfverfahren festgelegt. Eine akkreditierte und notifizierte Prüf- und Zertifizierungsstelle muss eine Baumusterprüfung durchführen und bescheinigen, dass das Produkt den Bestimmungen der EG-Richtlinie (98/686/EWG) und somit der EN 14404 entspricht.

Die neue Norm teilt in 4 Typen und 2 Leistungsstufen ein:


Typ 1: Knieschutz, der von anderer Kleidung unabhängig ist und am Bein befestigt wird,

Typ 2: Knieschutz, der z. B. in Taschen an den Hosenbeinen befestigt ist,

Typ 3: Ausrüstung, die nicht am Körper befestigt wird und

Typ 4: Knieschutz, der Teil von Vorrichtungen mit zusätzlichen Funktionen wie z. B. eines Rahmens als Aufstehhilfe ist.

Desweiteren sind in der Norm zwei Leistungsstufen definiert.

Leistungsstufe 1: für Arbeiten auf ebenen Bodenoberflächen und

Leistungsstufe 2: für Arbeiten unter schwierigen Bedingungen wie z.B. beim Knien auf Steinen in Bergwerken und Steinbrüchen.

Die Norm legt Mindestwerte für die Maße der Schutzzonen fest sowie mechanische Anforderungen an die Stichfestigkeit, die Druckverteilung im Knieschutz und an den Spitzenwert der übertragenen Kraft. Es werden außerdem Anforderungen an den Komfort des Knieschutzes und des Befestigungssystem gestellt. Detaillierte Anforderungen an die Kennzeichnung des Knieschutzes und die vom Hersteller zu liefernden Informationen sind ebenfalls Bestandteil der Norm. Damit soll die bestimmungsgemäße Verwendung des Knieschutzes sichergestellt werden.

Kennzeichnungspflicht

Knieschützer müssen dauerhaft und deutlich mit mindestens folgenden Angaben in der(den) offiziellen Sprache(n) des Bestimmungslandes gekennzeichnet sein:

• Bei Knieschutz Typ 2, der in Taschen von Hosenbeinen eingenäht ist, muss die Kennzeichnung auch auf der Hose vorhanden sein.

• Name oder Handelsname des Herstellers oder seines bevollmächtigten Vertreters in der EU oder in dem Land, in dem das Produkt vermarktet wird;

• Artikelbezeichnung, Typenbezeichnung nach dieser Norm, Handelsname oder Code, mit dem der Gegenstand eindeutig bezeichnet wird;

• Größenbezeichnung des Artikels;

• Referenznummer der Zertifizierungsurkunde und Leistungsstufe des Artikels;

• Kennzeichnung der Innenfläche (oder Außenfläche) des Knieschutzes Typ 2;

• Falls von Bedeutung, Körperseite, auf der der Knieschutz getragen werden soll;

• Anweisung, die mit dem Produkt gelieferten Herstellerinformationen zu lesen.

Wichtig für Anwender

Laut Rechtsprechung dürfen nur solche Knieschoner ein CE-Zeichen tragen, welche alle Anforderungen der EN 14404 erfüllen, doch leider sieht das in der Realität noch anders aus. Viele Hersteller scheuen die Kosten, den Aufwand oder das Risiko, die reguläre Baumusterprüfung gar nicht erst zu bestehen.

Für den Verbraucher bedeutet das: Fragen Sie beim Kauf nach der DIN EN 14404. Achtung! Weder das CE-Zeichen noch der Hinweis „Nach den Anforderungen der DIN EN 14404 hergestellt” beweisen, dass eine Baumusterprüfung überhaupt durchgeführt wurde. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, lassen Sie sich vom Händler einen Nachweis über die Normerfüllung (Baumusterprüfungsurkunde) zeigen.

Wichtig für Arbeitgeber

Als Arbeitgeber sind Sie insbesondere zur Einhaltung von arbeitschutztechnischen Normen verpflichtet.

Statten Sie Ihre Mitarbeiter ausschließlich mit nach EN 14404 zertifizierten Knieschonern aus. Somit verfügen Sie einerseits über die Gewissheit, dass Ihre Mitarbeiter gut geschützt sind und die Gefahr von unfall- oder krankheitsbedingten Arbeitsausfällen minimiert ist. Auf der anderen Seite verfügen Sie im Falle eines Falles über die notwendige Rechtssicherheit! Denn sollte einem Mitarbeiter etwas passieren (Unfall am Knie, oder Knie-Erkrankung), können Sie als Arbeitgeber zur Verantwortung gezogen werden, bzw. Haftungsansprüche gegen Sie geltend gemacht werden.

Achten Sie (bzw. Ihr Arbeitssicherheitsbeauftragter) vor Bestellung oder Kauf auf einen Nachweis der Normeinhaltung. Die CE-Kennzeichnung sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Das alleine reicht aber leider nicht aus. Lassen Sie sich einen Nachweis über die Normerfüllung (Baumusterprüfungsurkunde) vorlegen! Der Handel ist dazu verpflichtet, diesen Nachweis zu erbringen.

Wichtig für Handel und Vertrieb

Für den Handel mit Knieschonern oder Einlegepolstern z.B. im Bereich persönlicher Arbeitsschutzausstattung (PSA) und Berufsbekleidung gelten ebenfalls die Bestimmungen der DIN EN 14404.

Ein Händler ist laut Gesetz dazu verpflichtet ausschließlich nachweisbar normgerechete Produkte zu vertreiben, d. h. die Produkte müssen den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entsprechen. Bei Missachtung haben die Ordnungsbehörden die Möglichkeit die weitere Inverkehrbringung zu unterbinden. So können dem Händler Auflagen erteilt und Ordnungsgelder verhängt werden.


Zusätzlich besteht die Gefahr einer zivilrechtlichen Haftung, z. B. in Form einer Abmahnung durch Mitbewerber oder durch Schadensersatzforderungen von Anwendern, die einen Schaden nachweisbar auf fehlerhafte Produkte zurückführen können.

Stellen Sie gegenüber dem Hersteller bzw. Großhändler sicher, dass eine Kennzeichnung mit dem CE-Zeichen vorliegt. Desweiteren sollten Sie sich nachweisen lassen, dass die entsprechende Baumusterbescheinigung einer zugelassenen Zertifizierungsstelle (wie bei den KNEETEK-Produkten) vorliegt.

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